Die Geschichte des Machold

Früher war alles anders ...

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... aber heute freue ich mich, dass Sie gekommen sind, um mich, die ehemalige Brauerei Machold, kennen zu lernen. Ich erzähle Ihnen gerne etwas mehr von meiner Vergangenheit – aber bestellen Sie sich erst einmal ein frisch gezapftes Bier, dann können Sie beim Genuss des Gerstensaftes die Tradition meiner Braustätte besser erleben.

Erdacht und erbaut hat mich 1905 der Cölner Brauer Josef Rings und braute hier ein obergäriges Bier. 1916 wurde ich durch den Eigentümer der Cölner Brauerei „Sternchen“, Anton Real, übernommen, der mich 1919 an den Brauer Wilhelm Machold verpachtete. Dieser hat mich 1930 käuflich erworben. Wir brauten dann auch „Export“ und „Pils“, die zunächst nur im eigenen Brauereiausschank hier an der Ecke ausgeschenkt wurden. Die Nachfrage war so groß, dass Herr Machold bereits 1931 den Brauereiausschank vergrößern musste. Meine Hofeinfahrt zum Sudhaus von der Heerstraße aus wurde zur ersten Bonner Stehbierhalle „Zur Bierquelle“ umgebaut, dem heutigen Spiegelzimmer.

Mit der Steigerung der Produktion wurden Um- und Einbauten nötig, denn es wurde jetzt in der Bonner Innenstadt der bei uns gebraute Gerstensaft gezapft, wie z.B. im „Monopol“ in der Sternstraße, der „Macholds Stube“ im Rosental und im Weinhaus Wittmann in der Hundsgasse.

Die zweite Generation

1936 verstarb Herr Wilhelm Machold und ich kam in die Hände seiner Tochter Frieda. Dank ihrer Geschäftstüchtigkeit und unseres leckeren Bieres erwarb sie noch die Gaststätten „Feige“ in der Ermekeilstraße und den „Gequetschten“ in der Sternstraße hinzu.

Der 1939 eingestellte Braumeister wurde in den Kriegsjahren 1941 bis 1944 einberufen, so dass wir selbst nicht brauen konnten und das „Bürgerliche Brauhaus“, die spätere Kurfürstenbrauerei, unseren Gerstensaft im Lohnbrauverfahren herstellte.

Ab 1945 brauten wir wieder selber. Aber da die Beschaffung von Malz äußerst schwierig war, kam nur ein 2% iges Dünnbier zustande, das wir „Hopfenperle“ nannten. Jedoch durch das gute gute Organisationstalent der Frieda Machold konnten wir bereits ab 1947 wieder ein 4% iges Bier, das „Machold Bier“ brauen. 1955 pachtete die Kurfürsten AG unseren Betrieb und die dazugehörigen Gaststätten und braute noch bei mir bis 1967.

Das Machold wird zum Denkmal

Nach dem Tode von Frieda Machold im Jahre 1985 ging ich in das Eigentum der Kurfürsten Bräu AG über.

Ich muss mit Stolz sagen: „Am 28. Mai 1993 wurde ich in die Denkmalliste der Stadt Bonn als Baudenkmal mit der Begründung „...das 3-geschossige Brauhaus ist zum Hof hin backsteinsichtig mit zweifarbigem Ziermauerwerk. Der bauliche Zustand entspricht der Planung von 1905 mit der Ergänzung von 1910. Von der Brauausstattung sind alle Einrichtungsgegenstände aus der Entstehungszeit weitgehend erhalten, vom Siloraum und Darrenboden über die Waage und Schrotmühle, vom Darrenkasten zur Würzpfanne und dem Maischbottich...“ eingetragen.“

Meinen noch erhaltenen ursprünglichen Zustand als Brauhaus verdanke ich auch der Umsicht des ehemaligen Braumeisters der Kurfürsten Brauerei, Herrn Josef Eiligenhoff.

Aus Machold wird das Bierhaus Machold

logo_machold1997 wurde ich aus meinem Dornröschenschlaf geweckt. Die beiden ehemaligen Gaststätten „Kurfürsteneck“, „Ex“ und der Brauerei-Innenhof wurden zum „Bierhaus Machold“ umgebaut. Es tut mir gut, wieder zur Belebung der Altstadt von Bonn beizutragen, und ich hoffe, dass auch Sie sich öfters mal zum „Verzällche“ an der Theke bei einem frisch gezapften Bier, zum gemütlichen Beisammensein in einer netten Runde oder sogar zu einem für Sie besonderen Fest bei mir treffen.

Der Wirt, der Sie auch mit delikaten Speisen verwöhnen wird, gibt Ihnen sicher die Gelegenheit, mal mein altes Sudhaus in Ruhe anzusehen. Besonders gut tut es mir, dass jetzt hier ein neues, nach einem alten Rezept gebrautes unfiltriertes obergäriges Spezialbier gezapft wird, unser beliebtes „Machold's“.